
Weißer Fleck
By Karl Teichner
Ich unternehme dabei eine Reise beginnend in der Zeit, in der ich mich selbst nicht so sehen wollte und mich vehement dagegen gewehrt habe, mir meine eigenen Alltagsrassismus einzugestehen und ebenso mein frauenfeindliches Verhalten, bis hin zum heutigen Tag, an dem ich täglich daran arbeite, an besserer Mensch zu sein.


Femizid, was wir Männer darüber wissen sollten.
Wie viele Männer habe ich mich lange nicht mit diesem Thema beschäftigt.
Ich habe es als Problem geleugnet und einfach nicht zugehört.
Als ich dann aber begann, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, hat mich die Realität von Frauen in unserer Gesellschaft erschlagen. Es hat mich wütend gemacht und in große Sorge um die Frauen, die ich kenne und kannte, versetzt.
Femizide sind ein reales Problem und wir Männer haben die Aufgaben es anzuerkennen und dementsprechend zu handeln. Dazu müssen wir aber unsere eigene Abwehrhaltung aufgeben und offen für die Wahrheit sein.
Vielleicht sogar für die Wahrheit, dass wir selbst zu Tätern werden können, wenn wir nicht zur Selbstreflexion bereit sind. Sicher aber für die Wahrheit darüber, dass sich auch in unserem Umfeld höchstwahrscheinlich zumindest Männer befinden, die gegenüber Frauen gewalttätig sind oder waren, auch wenn nicht das Extrem des Femizids dabei erreicht wurde.
Als Teil der Dominanzgesellschaft liegt es auch in unserer Verantwortung über Gesetzgebung, Erziehung und unsere eigene Kultur nachzudenken, um Femizide zu verhindern und angemessen zu bestrafen.
Denn die Realität ist, dass fast jeden zweiten Tag eine Frau durch die Hand eines Mannes gewaltsam stirbt.
Ich selbst, als Mann, bin die meiste Zeit meines Lebens blind gewesen für diese Realitäten, für die Realitäten anderer.
Aber ich habe begonnen, meine blinden Flecken zu bearbeiten und rufe alle Männer dazu auf, es mir gleich zu tun.
Die Welt könnte ein wunderbarer Ort sein, wenn mehr Männer die Bereitschaft zur Veränderung hätten.

Ich habe nicht hingeschaut
In der ersten Folge von Weißer Fleck stelle ich mich einer unbequemenWahrheit über mich selbst: Ich war rassistisch, ich war misogyn, ohne es je seinzu wollen. Ich habe nicht zugehört und nicht hingeschaut. Dieser Podcast istmein Versuch, das zu ändern, offen, selbstkritisch und ohne Ausreden. Für alleweißen Männer, die bereit sind, genauer hinzusehen.