
Hörbuch: Der Sieg der Liebe
By Geschichte der Hoffnung


Vorwort
Es gibt keine andere historische Persönlichkeit, über die so viel geschrieben und berichtet wurde wie über Jesus von Nazareth. Schon am Ende des ersten Jahrhunderts schließt eine seiner frühen »Biografien« – bekannt als das Johannes-Evangelium – mit den Worten: »Es gibt noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn alles einzeln aufgeschrieben würde – ich denke, die ganze Welt könnte die Bücher nicht fassen, die dann geschrieben werden müssten« (Johannes 21,25 GNB). Wenn wir bedenken, wie viel in den letzten 2000 Jahren über Christus ...

01. Gott mit uns
»Sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.« (Matthäus 1,23) »Gott … hat es auch in unserem Herzen hell werden lassen, sodass wir in der Person von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen.« (2. Korinther 4,6 NLB) Von Ewigkeit her war der Sohn Gottes eins mit dem Vater; er war »das Ebenbild Gottes« (2. Korinther 4,4), das Abbild seiner Größe und Majestät, »der Abglanz seiner Herrlichkeit« (Hebräer 1,3). Er kam in der Person von Jesus auf die Erde, um diese Herrlichkeit offenkundig zu machen ...

02. Das auserwählte Volk
Mehr als tausend Jahre lang hatte das jüdische Volk auf die Ankunft des Erlösers gewartet. Auf dieses Ereignis hatten sich ihre größten Hoffnungen gerichtet. In Liedern und Prophezeiungen, in Tempelriten und im täglichen Gebet war sein Name verehrt worden. Doch als er zu ihnen kam, erkannten sie ihn nicht. Der Geliebte des Himmels war für sie nur »wie ein kümmerlicher Spross aus dürrem Boden«, sie »fanden nichts Anziehendes an ihm« (Jesaja 53,2 GNB). »Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf ...

03. Als die Zeit gekommen war
»Als aber die Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Der wurde als Mensch geboren … um alle zu befreien, die unter der Herrschaft des Gesetzes standen. Durch ihn wollte Gott uns als seine mündigen Söhne und Töchter annehmen.« (Galater 4,4.5 GNB) Das Kommen des Erlösers wurde bereits im Garten Eden vorhergesagt (vgl. 1. Mose 3,15). Als Adam und Eva zum ersten Mal diese Verheißung hörten, warteten sie auf deren rasche Erfüllung. Voller Freude begrüßten sie ihren erstgeborenen Sohn in der Hoffnung, dass er der Befreier sei ...

04. Der Erlöser wird geboren
Der König der Herrlichkeit ließ sich tief herab, um Mensch zu werden und unter harten und widrigen Umständen auf der Erde zu leben. Seine Herrlichkeit war verhüllt, damit die Majestät seiner äußeren Erscheinung keine Aufmerksamkeit erregte. Er vermied alle äußere Zurschaustellung, denn Reichtum, weltliche Ehre oder menschliche Größe können keinen Menschen vom Tod erretten. Jesus wollte nicht, dass Menschen sich aufgrund irdischer Anreize auf seine Seite stellten. Nur die Schönheit himmlischer Wahrheit durfte die Menschen zu ihm hinziehen ...

05. Jesus wird Gott geweiht
Josef und Maria brachten Christus etwa vierzig Tage nach seiner Geburt nach Jerusalem, um ihn dem Herrn zu weihen und Opfer darzubringen. So entsprach es dem jüdischen Gesetz, und als Stellvertreter der Menschen musste Christus in jeder Hinsicht dem Gesetz nachkommen. Er war bereits dem Ritual der Beschneidung unterzogen worden – als ein Versprechen seines Gehorsams gegenüber dem Gesetz. Als Opfergabe der Mutter verlangte das Gesetz ein einjähriges Lamm als Brandopfer und eine junge Taube oder Turteltaube als Sündopfer ...

06. Wir haben seinen Stern gesehen
»Jesus wurde zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem, einer Stadt in Judäa, geboren. Bald darauf kamen Sterndeuter15 aus einem Land im Osten nach Jerusalem. ›Wo ist der König der Juden, der kürzlich geboren wurde?‹, fragten sie. ›Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm Ehre zu erweisen.‹« (Matthäus 2,1.2 NGÜ) Diese weisen Männer aus dem Osten waren Gelehrte. Sie gehörten einer großen und einflussreichen Gesellschaftsschicht von edler Abstammung an, die über den Großteil des Reichtums und der Bildung ihrer Nation verfügten ...

07. Die Kindheit von Jesus
Jesus verbrachte seine Kindheit und Jugend in einem kleinen Dorf in den Bergen. Es hätte keinen Ort auf dieser Erde gegeben, der durch die Gegenwart von Jesus nicht geehrt worden wäre. Selbst für Königshäuser wäre es ein Vorrecht gewesen, ihn als Gast zu beherbergen. Er aber ging an den Häusern der Reichen, an den Höfen der Könige und an den berühmten Stätten der Gelehrten vorüber, um im unbedeutenden und verachteten Nazareth zu leben ...

08. Auf dem Passafest
Die Juden betrachteten das zwölfte Lebensjahr als Übergang von der Kindheit ins Jugendalter. Nach Vollendung dieses Lebensjahres wurde ein hebräischer Junge ein »Sohn des Gesetzes«, aber auch ein »Sohn Gottes« genannt. Ihm standen nun neue Möglichkeiten zur religiösen Bildung offen. Es wurde erwartet, dass er an den heiligen Festen und Feierlichkeiten teilnahm. Entsprechend dieser Tradition besuchte Jesus als Jugendlicher das Passafest in Jerusalem. Wie alle frommen Israeliten gingen auch Josef und Maria jedes Jahr dorthin ...

09. Konfliktreiche Tage
Von klein auf war ein jüdisches Kind von rabbinischen Vorschriften umgeben. Strenge Gesetze waren für jede Handlung vorgeschrieben, und das Leben war bis ins kleinste Detail geregelt. Die Jugendlichen wurden von den Lehrern der Synagoge in unzähligen Vorschriften unterwiesen. Man erwartete von ihnen, dass sie diese als rechtgläubige Israeliten auch einhielten. Doch Jesus war nicht daran interessiert. Von Kindheit an handelte er unabhängig von den Gesetzen der Rabbiner ...

10. Die Stimme in der Wüste
Aus der Mitte der treuen Gläubigen in Israel, die lange auf das Kommen des Messias gewartet hatten, ging der Vorläufer von Christus hervor. Zacharias, ein betagter Priester, und seine Frau Elisabeth waren »beide fromm vor Gott« (Lukas 1,6). Aus ihrem stillen und frommen Leben leuchtete das Licht des Glaubens wie ein Stern inmitten der Dunkelheit jener bösen Tage. Diesem gottesfürchtigen Paar war ein Sohn verheißen worden. Er sollte »vor dem Herrn hergehen und ihm den Weg bereiten ...

11. Jesus lässt sich taufen
Die Nachricht über den Propheten in der Wüste und seine wunderbare Ankündigung verbreiteten sich in ganz Galiläa. Sie erreichte die Bauern in den entlegensten Bergdörfern, drang zu den Fischern am See Genezareth und fiel bei den aufrichtigen Herzen dieser einfachen Menschen auf fruchtbaren Boden. Auch in Nazareth, in der Werkstatt, die einst Josef gehört hatte, wurde darüber gesprochen. Und der Eine, dem dieser Ruf galt, erkannte ihn. Nun war der Zeitpunkt für Jesus gekommen ...

12. Die Versuchung
»Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan und wurde vom Geist in die Wüste geführt … und er aß nichts in diesen Tagen.« (Lukas 4,1.2) Die Worte im Markusevangelium sind noch bedeutsamer. Es heißt dort: »Alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren ...

13. Der Sieg
»Darauf nahm ihn der Teufel mit nach Jerusalem, auf den höchsten Punkt der Tempelmauer. Dort sagte er: Wenn du der Sohn Gottes bist, dann spring hinunter! Denn die Schrift sagt: Er befiehlt seinen Engeln, dich zu beschützen. Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit deine Füße niemals stolpern.« (Matthäus 4,5.6 NLB) Satan glaubte nun, er könne Jesus mit dessen eigener Waffe schlagen ...

14. Wir haben den Messias gefunden!
Johannes der Täufer predigte und taufte in der Nähe von »Betanien, einem Dorf am Ostufer des Jordan« (Johannes 1,28 NLB). Nicht weit von dieser Stelle entfernt hatte Gott einst den Lauf des Flusses aufgehalten, bis das Volk Israel hindurchgegangen war. Ganz in der Nähe war die Festung Jericho durch die himmlischen Heere gestürzt worden. Die Erinnerung an diese Ereignisse wurde zu jener Zeit wieder wachgerufen und erzeugte ein großes Interesse an der Botschaft des Täufers ...

15. Auf der Hochzeit zu Kana
Jesus begann seinen Dienst nicht in Jerusalem mit einem großen Auftritt vor dem Hohen Rat. An einem Familienfest in einem kleinen galiläischen Dorf offenbarte er seine Macht, indem er zur Freude einer Hochzeitsfeier beitrug. Dadurch zeigte er sein Mitgefühl für die Menschen und sein Verlangen, ihr Leben glücklich zu machen. In der Wüste, wo er versucht worden war, hatte er den Leidenskelch selbst getrunken. Und nun kam er, um den Menschen den Kelch des Segens zu reichen, wobei er durch diesen Segen die Beziehungen unter den Menschen heiligte ...

16. In seinem Tempel
»Danach ging Jesus nach Kapernaum, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nicht lange da. Und das Passafest der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.« (Johannes 2,12.13) Auf dieser Reise schloss sich Jesus einer der großen Gruppen an, die sich auf dem Weg in die Hauptstadt befanden. Er hatte seinen Auftrag noch nicht öffentlich bekanntgemacht und mischte sich nun unbemerkt unter die Menge. Bei solchen Anlässen war das Kommen des Messias ...

17. Nikodemus
Nikodemus bekleidete ein hohes Amt im jüdischen Volk. Er war sehr gebildet, außergewöhnlich begabt und ein angesehenes Mitglied des Hohen Rates. Auch ihn hatten die Lehren von Jesus aufgewühlt. Obwohl er reich, gescheit und anerkannt war, fühlte er sich in seltsamer Weise zu dem einfachen Mann aus Nazareth hingezogen. Die Lehren, die er aus dem Mund des Erlösers hörte, hatten ihn tief beeindruckt. Er wünschte sich, mehr über diese großartigen Wahrheiten zu erfahren ...

18. Er muss wachsen ...
Der Einfluss des Täufers auf das Volk war eine Zeitlang größer als derjenige der Herrscher, Priester oder Fürsten. Hätte er sich als Messias ausgegeben und einen Aufstand gegen Rom angezettelt, wären die Priester und das Volk seinem Ruf in Scharen gefolgt. Satan war bereit, Johannes den Täufer mit allen möglichen Aufmerksamkeiten zu bedrängen, die den Ehrgeiz eines Welteroberers wachgerufen hätten. Aber seiner Vollmacht gewiss, hatte Johannes allen Bestechungsversuchen entschlossen Widerstand geleistet ...

19. Am Jakobsbrunnen
Auf dem Weg nach Galiläa zog Jesus durch Samarien. Es war Mittag, als er das wunderschöne Tal von Sichem erreichte. Dort, wo sich das Tal öffnete, war der Jakobsbrunnen. Erschöpft vom langen Fußmarsch, ließ sich Jesus nieder, um Rast zu machen, während seine Jünger weggingen, um etwas zu essen zu kaufen ...

20. Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht ...
Die Galiläer, die vom Passafest zurückkehrten, berichteten über das wunderbare Wirken von Jesus. Die Ablehnung, die die Würdenträger von Jerusalem den Taten von Jesus entgegenbrachten, bahnte ihm den Weg in Galiläa. Viele Menschen beklagten sich über die Missstände im Tempel sowie über die Habgier und Überheblichkeit der Priester. Sie hofften, dass dieser Mann, der die Obersten aus dem Tempel getrieben hatte, der erwartete Befreier sein werde ...

21. Bethesda und der Hohe Rat
»Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen; in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte. Sie warteten darauf, dass sich das Wasser bewegte. « (Johannes 5,2.3) Zu bestimmten Zeiten wurde das Wasser dieses Teiches bewegt. Es wurde allgemein angenommen, dies sei das Wirken einer übernatürlichen Kraft. Man glaubte, dass derjenige, der nach dem Aufwallen des Wassers als Erster in den Teich stieg, geheilt werde – welche Krankheit er auch immer hatte ...

22. Gefangenschaft und Tod des Johannes
Johannes der Täufer war der Erste, der das Reich von Christus verkündigte, und er war auch der Erste, der dafür leiden musste. Nach der Freiheit der Wüste und den riesigen Menschenmengen, die sich um ihn gedrängt hatten, um seine Worte zu hören, war er nun in einer Gefängniszelle eingesperrt – als Gefangener in der Festung des Herodes Antipas. Johannes hatte sehr oft im Gebiet östlich des Jordan gewirkt, das unter der Herrschaft von Antipas stand. Herodes selbst hatte den Predigten des Täufers zugehört ...

23. Das Reich Gottes ist herbeigekommen
Jesus zog nach Galiläa, um dort das Evangelium Gottes zu verkündigen: »Jetzt ist die Zeit gekommen … Das Reich Gottes ist nahe! Kehrt euch ab von euren Sünden und glaubt an diese gute Botschaft!« (Markus 1,15 NLB) Die Ankunft des Messias war zuerst in Judäa verkündigt worden. Als Zacharias im Tempel von Jerusalem seinen Dienst am Altar versah, wurde ihm die Geburt des Wegbereiters von Jesus vorhergesagt. Auf den Hügeln von Bethlehem hatten die Engel die Geburt von Jesus verkündet ...

24. Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?
Über den frohen Tagen des Wirkens von Jesus in Galiläa lag ein Schatten. Die Bewohner Nazareths wiesen ihn ab und sagten: »Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?« (Matthäus 13,55) In seiner Kindheit und Jugendzeit hatte Jesus gemeinsam mit seinen Brüdern an den Gottesdiensten in der Synagoge von Nazareth teilgenommen. Seit Beginn seines Wirkens war er nicht mehr bei ihnen gewesen. Doch sie wussten, was ihm widerfahren war. Als er nun wieder zu ihnen kam, steigerten sich ihr Interesse und ihre Erwartung ins schier Unermessliche ...

25. Die Berufung am See
Über dem See Genezareth dämmerte der Morgen. Die Jünger, erschöpft von der erfolglosen Arbeit der vergangenen Nacht, befanden sich mit ihren Fischerbooten noch auf dem See. Jesus war gekommen, um eine ruhige Stunde am Ufer des Sees zu verbringen. Er hoffte, früh am Morgen für eine Weile Ruhe vor der großen Menschenmenge zu finden, die ihm Tag für Tag folgte. Doch schon bald begannen die Menschen sich um ihn zu sammeln. Ihre Zahl wuchs schnell, sodass er von allen Seiten bedrängt wurde ...

26. In Kapernaum
Jesus weilte nach seinen Reisen immer wieder in Kapernaum. Daher wurde dieser Ort auch »seine Stadt« genannt (vgl. Matthäus 9,1). Sie lag am Galiläischen Meer, bei der wunderschönen Ebene von Genezareth. Die tiefe Lage des Sees verlieh der angrenzenden Ebene ein angenehmes, südländisches Klima. In den Tagen von Christus gediehen hier Palmen und Olivenbäume, es gab Obstgärten und Weinberge, grüne Felder und leuchtend blühende Blumen in all ihrer Pracht ...

27. Wenn du willst kannst du mich reinigen ...
Von allen Krankheiten, die man im Orient kannte, wurde der Aussatz am meisten gefürchtet. Weil er ansteckend und unheilbar war und schreckliche Folgen mit sich brachte, hatten sogar die Tapfersten davor Angst. Unter den Juden hielt man den Aussatz für ein durch Sünde verursachtes Strafgericht und bezeichnete ihn deshalb als »den Schlag« oder »den Finger Gottes «. Da der Aussatz hartnäckig und unheilbar war und mit dem Tod endete, wurde er als Symbol für die Sünde angesehen ...

28. Levi-Matthaeus
Keine anderen römischen Beamten in Israel waren so verhasst wie die Zöllner (Steuereintreiber). Die Tatsache, dass die Steuern den Juden von einer fremden Macht auferlegt wurden, war für sie ein ständiges Ärgernis. Es erinnerte sie an den Verlust ihrer Unabhängigkeit. Die Steuerbeamten waren nicht nur Werkzeuge der römischen Unterdrückung, sie erpressten auch das Volk zu ihren Gunsten und bereicherten sich auf diese Weise. Ein Jude, der dieses Amt von den Römern annahm, galt als einer, der die Ehre seiner Nation verletzte ...

29. Der Sabbat
Der Sabbat wurde bei der Schöpfung geheiligt. Er wurde für den Menschen eingesetzt und hatte seinen Ursprung, »als die Morgensterne miteinander sangen und alle Engel vor Freude jubelten« (Hiob 38,7 NLB). Friede schwebte über der Welt, weil die Erde mit dem Himmel in Einklang war. »Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.« (1. Mose 1,31). Er ruhte in der Freude seines vollendeten Werkes ...

30. Die Erwählung der zwölf Apostel
»Später stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er bei sich haben wollte. Sie traten zu ihm. Er wählte zwölf von ihnen aus, die ihn ständig begleiten sollten, und nannte sie Apostel. Er wollte sie aussenden, damit sie predigen.« (Markus 3,13.14 NLB) Unter den schützenden Bäumen am Berghang unweit des Sees Genezareth wurden die Zwölf zum Apostelamt berufen. Hier hielt Jesus auch die Bergpredigt. Felder und Hügel waren seine liebsten Aufenthaltsorte ...

31. Die Bergpredigt
Christus versammelte sich mit seinen Jüngern selten allein, um sie zu unterweisen. Er wählte nicht nur jene als seine Zuhörer aus, die den Weg zum ewigen Leben schon kannten. Es war seine Aufgabe, die Massen zu erreichen, die sich in Unwissenheit und im Irrtum befanden. Er lehrte die Wahrheit dort, wo der umnachtete Verstand erreicht werden konnte. Er selbst war die Wahrheit. Mit gegürteten Lenden und mit ausgestreckten Händen, die stets zum Segnen bereit waren, stand er da und versuchte mit Worten der Ermahnung, der Ermutigung und mit eindringlichem Bitten, alle aufzurichten, die zu ihm kamen ...

32. Der römische Hauptmann
Christus sagte zum königlichen Beamten, dessen Sohn er geheilt hatte: »Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.« (Johannes 4,48) Es betrübte ihn, dass sein eigenes Volk diese äußeren Zeichen seiner Messianität verlangte. Immer wieder wunderte er sich über ihren Unglauben. Deshalb war er sehr erstaunt über den Glauben des römischen Hauptmanns, der zu ihm kam. Dieser zweifelte nicht an der Macht von Jesus. Er bat ihn nicht einmal, persönlich zu ihm zu kommen, um das Wunder zu vollbringen ...

33. Wer sind meine Geschwister?
Die Söhne Josefs waren weit davon entfernt, den Dienst von Jesus zu billigen. Was sie über sein Leben und Wirken hörten, erfüllte sie mit Verwunderung und Betroffenheit. Sie hörten, dass er ganze Nächte im Gebet verbrachte, sich tagsüber Scharen von Menschen um ihn versammelten und er sich nicht einmal Zeit zum Essen nahm. Seine Freunde dachten, er würde sich durch seine ununterbrochene Arbeit aufreiben. Für sein Verhalten den Pharisäern gegenüber hatten sie kein Verständnis. Einige befürchteten, er werde den Verstand verlieren ...

34. Die Einladung
»Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.« (Matthäus 11,28) Diese Worte des Trostes waren an die vielen Menschen gerichtet, die Jesus folgten. Der Erlöser hatte ihnen erklärt, dass die Menschen nur durch ihn Gott erkennen könnten. Von seinen Jüngern hatte er gesagt, dass ihnen Erkenntnis über himmlische Dinge gegeben worden sei. Und doch ließ er niemanden mit dem Gefühl zurück, von seiner Fürsorge und Liebe ausgeschlossen zu sein. Alle, die mühselig und beladen sind, dürfen zu ihm kommen ...

35. Schweig! Sei still!
Es war ein ereignisreicher Tag im Leben von Jesus gewesen. Am See Genezareth hatte er seine ersten Gleichnisse erzählt. Anhand bekannter Bilder aus der Natur hatte er seinen Zuhörern erneut das Wesen seines Reiches vor Augen geführt und ihnen erklärt, wie er es errichten wolle. Er hatte sein eigenes Werk mit der Arbeit eines Sämanns, die Entfaltung seines Reiches mit dem Wachstum eines Senfkorns und mit der Auswirkung des Sauerteigs in einem Scheffel Mehl verglichen ...

36. Lebendiger Glaube
Als Jesus von Gergesa an das westliche Ufer des Sees zurückkehrte, erwartete ihn bereits eine große Menschenmenge, die ihn freudig begrüßte. Er blieb noch für einige Zeit am Ufer, lehrte und machte Kranke gesund. Dann begab er sich zum Haus von Levi-Matthäus, um sich an dessen Fest mit den Zöllnern zu treffen. Dort stieß Jairus, der Vorsteher der Synagoge, auf Jesus. Dieser jüdische Vorsteher kam ganz verzweifelt zu Jesus, warf sich ihm zu Füßen und rief: »Meine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm doch und lege deine Hände auf sie ...

37. Die ersten Evangelisten
Die Apostel waren Mitglieder der Familie von Jesus und hatten ihn zu Fuß auf seinen Reisen durch Galiläa begleitet. Mühen und Nöte, die über ihn gekommen waren, hatten sie stets mit ihm geteilt. Sie hatten den Reden des Sohnes Gottes zugehört, ihn begleitet und mit ihm gesprochen. Durch seine täglichen Anweisungen hatten sie gelernt, zum Wohl der Menschen beizutragen. Während sich Jesus um die riesige Menge kümmerte, die sich um ihn versammelte, bemühten sich seine Jünger eifrig, seinen Anweisungen nachzukommen und seine Arbeit zu erleichtern ...

38. Ruhet ein wenig!
Als die Apostel von ihrer Missionsreise zurückkehrten, versammelten sie sich um Jesus und »verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen ...

39. Gebt ihr ihnen zu essen!
Christus hatte sich mit seinen Jüngern an einen stillen Ort zurückgezogen, aber die so seltene Zeit der friedlichen Ruhe wurde bald wieder unterbrochen. Die Jünger glaubten einen Ort gefunden zu haben, wo sie ungestört sein konnten. Doch sobald die Menschen den göttlichen Lehrer vermissten, erkundigten sie sich, wo er war. Einige von ihnen hatten bemerkt, in welche Richtung Christus mit seinen Jüngern gefahren war. Viele versuchten ihn zu Fuß zu erreichen, während andere ihm mit ihren Booten folgten ...

40. Eine Nacht auf dem See
In der Dämmerung des Frühlingsabends saß das Volk auf der Wiese und aß von der Speise, mit der Christus es versorgt hatte. Die Worte, die sie an diesem Tag gehört hatten, waren für sie wie die Stimme Gottes. Die Heilungswunder, die sie miterleben durften, konnte nur Gottes Macht vollbracht haben. Doch das Brotwunder galt jedem Einzelnen dieser großen Menschenmenge, und alle hatten Anteil an diesem Segen. Als Mose lebte, hatte Gott Israel in der Wüste mit Manna ernährt ...

41. Die Entscheidung in Galilaea
Als Jesus den Menschen verbot, ihn als König auszurufen, wusste er, dass er an einem Wendepunkt seines Lebens angekommen war. Viele von denen, die ihn heute auf den Thron erheben wollten, würden sich morgen von ihm abwenden. Weil ihr ehrgeiziges Streben enttäuscht worden war, würden sich ihre Liebe in Hass und ihre Hochrufe in Flüche verwandeln. Obwohl er dies wusste, unternahm er nichts, um den Konflikt zu verhindern. Von Anfang an hatte er seinen Nachfolgern keine Hoffnung auf irdischen Lohn gemacht ...

42. Die Überlieferungen
Die Schriftgelehrten und Pharisäer erwarteten, Jesus auf dem Passafest anzutreffen. Sie wollten ihm eine Falle stellen. Aber Jesus erkannte ihre Absichten und blieb dieser Versammlung fern. »Da kamen zu Jesus Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem.« (Matthäus 15,1) Weil er nicht zu ihnen gegangen war, kamen sie zu ihm. Eine Zeitlang hatte es so ausgesehen, als nähmen die Leute aus Galiläa Jesus als den Messias an und als würde die Herrschaft der religiösen Machthaber in dieser Gegend gebrochen ...

43. Schranken werden niedergerissen
Nach der Begegnung mit den Pharisäern verließ Jesus Kapernaum, zog durch Galiläa und begab sich in das hügelige Land an der Grenze zu Phönizien. Wenn er nach Westen schaute, konnte er in der Ebene unten die alten Städte Tyrus und Sidon mit ihren heidnischen Tempeln und prachtvollen Palästen, den großen Märkten sowie dem Hafen mit den vielen Schiffen sehen. Dahinter dehnte sich die blaue Fläche des Mittelmeeres aus, über welches hinweg die Apostel die frohe Botschaft von der Erlösung ins Herz des Römischen Weltreiches tragen sollten ...

44. Das wahre Zeichen
»Jesus verließ wieder das Gebiet von Tyrus und zog über Sidon zum See von Galiläa, mitten ins Gebiet der Zehn Städte.« (Markus 7,31 GNB) In der Gegend der Dekapolis waren die Besessenen aus Gergesa geheilt worden. Hier hatten die Leute Jesus gezwungen, das Land zu verlassen, weil sie über die Vernichtung der Schweine aufgebracht waren (vgl. Matthäus 8,28-34). Doch als sie seinen Boten zuhörten, die er zurückgelassen hatte, kam in ihnen der Wunsch auf, ihn wiederzusehen. Als Jesus nochmals in diese Gegend kam, scharten sich viele Menschen um ihn ...

45. Im Schatten des Kreuzes
Der Dienst von Christus auf Erden näherte sich schnell seinem Ende. Klar umrissen lagen die Ereignisse vor ihm, denen er entgegenging. Bereits bevor er die menschliche Natur angenommen hatte, konnte er die ganze Wegstrecke überblicken, die er gehen musste, um zu retten, was verloren war. Er wusste um jeden Schmerz, der ihm das Herz brechen, um alle Beleidigungen, mit denen man ihn überhäufen würde und um jede Entbehrung, die er ertragen müsste. Dies alles hatte er vorausgesehen, noch ehe er seine Krone und sein königliches Gewand ablegte und den himmlischen Thron verließ ...

46. Die Verklärung
Der Abend brach herein, als Jesus drei seiner Jünger – Petrus, Jakobus und Johannes – zu sich rief. Er führte sie durch Felder und dann über einen felsigen Weg weit hinauf auf einen einsamen Berg. Der Erlöser und seine Jünger hatten den Tag mit Reisen und Lehren zugebracht, und der Aufstieg auf den Berg ermüdete sie zusätzlich. Christus hatte viele Menschen von ihren seelischen und körperlichen Belastungen befreit und ihre geschwächten Körper neu belebt. Doch ganz von menschlicher Natur umhüllt, ermüdete der Aufstieg auch ihn wie seine Jünger ...

47. Zum Dienen berufen
Jesus und die drei Jünger hatten die ganze Nacht auf dem Berg verbracht. Als die Sonne aufging, stiegen sie hinab in die Ebene. Die Jünger, ganz in Gedanken versunken, schwiegen tief beeindruckt. Sogar Petrus sagte kein Wort. Gerne wären sie noch länger an diesem heiligen Ort geblieben, der vom Licht des Himmels berührt worden war. Hier hatte der Sohn Gottes seine Herrlichkeit offenbart, doch dort unten gab es ein Werk, das getan werden musste, denn die Menschen suchten Jesus bereits überall ...

48. Wer ist der Größte?
Als Jesus nach Kapernaum zurückkehrte, begab er sich nicht an die altbekannten Orte, wo er das Volk gelehrt hatte, sondern suchte mit seinen Jüngern unauffällig das Haus auf, in dem er vorübergehend wohnen sollte. In der Zeit, die ihm noch in Galiläa blieb, wollte er sich mehr der Unterweisung seiner Jünger widmen, als unter dem Volk zu wirken. Als sie durch Galiläa zogen, versuchte Jesus erneut, seine Jünger innerlich auf die kommenden Ereignisse vorzubereiten. Er sagte ihnen, dass er nach Jerusalem gehen müsse und dort getötet werde ...

49. Auf dem Laubhüttenfest
Dreimal im Jahr wurde von den Juden verlangt, sich zu religiösen Zwecken in Jerusalem zu versammeln. Der unsichtbare, von der Wolkensäule umhüllte Führer Israels hatte ihnen die Anweisungen bezüglich dieser Treffen gegeben (vgl. 2. Mose 23,14-17; 3. Mose 23; 5. Mose 16,1-17). Während der babylonischen Gefangenschaft konnten diese Zusammenkünfte nicht abgehalten werden. Nachdem die Juden aber in ihr Heimatland zurückgekehrt waren, begannen sie diese Gedenktage wieder einzuhalten ...