
keshmesh
By ahmed ajil | kambez nuri
www.keshmesh.ch
Illustration: Sarah Blaser
Logo/Design: Chris Rohner
Video: Aaron Graf


16: Häusliche Gewalt
Häusliche Gewalt: Wenn die eigenen vier Wände zum gefährlichsten Ort werden
Wir sprechen oft über Gewalt im öffentlichen Raum, auf der Strasse, in den Schlagzeilen. Aber der gefährlichste Ort für sehr viele Betroffene ist ein ganz anderer: die eigene Wohnung. In dieser Folge von keshmesh nehmen wir uns eines der schwersten Themen vor, die wir bisher behandelt haben — häusliche Gewalt.
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In dieser Folge erfährst du:
- Beziehungsdynamik vs. Gewaltdynamik: Warum eine Beziehung geteilte Verantwortung bedeutet — eine Gewaltdynamik aber nie. 100% der Verantwortung liegt bei der Person, die Gewalt anwendet. Punkt.
- FOG — Fear, Obligation, Guilt: Der psychologische "Nebel", mit dem Täter Angst, (vermeintliche) Verpflichtung und Schuldgefühle erzeugen, um Betroffene in der Beziehung zu halten.
- Die fünf Formen von Gewalt: Physisch, sexuell, psychisch, ökonomisch, sozial — und warum das Schweizer Strafrecht fast ausschliesslich die physische Form erfasst.
- Die nackten Zahlen (BFS 2023): Rund 20'000 registrierte Straftaten, 40% aller polizeilich erfassten Gewaltdelikte finden im häuslichen Kontext statt.
- Feminizide: 2025 ein Rekordjahr mit 34 Feminiziden in der Schweiz; im laufenden Jahr zählte die "Offensive gegen Feminizide" bis zum Aufnahmetag bereits 17 — zuletzt am 9. Juli in einem Fall im Tessin.
- Istanbul-Konvention — Note 3,0: Der zivilgesellschaftliche Parallelbericht des Netzwerks Istanbul-Konvention zeigt: Die Schweiz kommt ihren Verpflichtungen nicht nach. Fehlende nationale Strategie, kantonales "Schutzlotterie"-Prinzip, ein Fehlbestand von rund 800 Frauenhausplätzen.
- Intersektionalität: Warum dieselbe Tat bei einem migrantischen Täter mit "Kultur" erklärt wird und bei einem Schweizer Täter mit individuellem Versagen — und wie das migrantische Betroffene zusätzlich gefährdet (Stichwort Aufenthaltsstatus, "Sabr").
- Die drei Tätertypen: Vom durchgängig gewalttätigen bis zum "Family-only"-Typ, der öffentlich charmant und erfolgreich wirkt und nur hinter verschlossenen Türen gewalttätig wird — laut Kambez oft der schwerste Typ zu erkennen.
- Männer als Betroffene: Warum Scham, Unglauben und das "Es-braucht-immer-zwei"-Narrativ Männer besonders oft davon abhalten, sich Hilfe zu holen — und wieso die Nummer 142 explizit auch für sie da ist.
- "Ideal Victim" & Homonationalismus: Ein theoretischer Ausblick — warum unsere Gesellschaft bestimmten Körpern (v.a. racialisierten männlichen) kaum zugesteht, überhaupt Opfer sein zu können.
⚠️ Achtung: Diese Folge behandelt ausführlich häusliche und sexualisierte Gewalt sowie Feminizide, inkl. Statistiken. Wir gehen dabei konzeptionell und statistisch vor, ohne einzelne Gewalttaten grafisch zu schildern — trotzdem: Hört rein, wenn ihr euch dazu bereit fühlt.
🔗 Links & Ressourcen:
- Opferhilfe-Nummer 142 (auch anonym erreichbar): https://www.stiftung-gegen-gewalt.ch/aktuelles/opferhilfenummer-142
- Netzwerk Istanbul-Konvention & Parallelbericht: https://www.istanbulkonvention.ch
- Eidg. Büro für Gleichstellung — häusliche Gewalt: https://www.ebg.admin.ch/de/hausliche-gewalt
- Brava (ehemals TERRE DES FEMMES Schweiz): https://www.brava-ngo.ch/de
- Zahlen: Bundesamt für Statistik (BFS) — https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/haeusliche-gewalt.html
- Zum Thema Feminizide: hört auch unsere Folge 10
🙌 Shoutouts & Dankeschön an unser Team:
- Aaron Graf (Video), Chris Rohner (juhuni Design, Website, Logo), Sarah Blaser (Illustrationen), David Fürst (Fotos).
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Peace & Liebe, Ahmed & Kambez

15: Fragile Muskeln
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In dieser Folge "lassen wir die Hosen runter" - wir stellen uns einem wichtigen Aspekt unserer männlichen Sozialisierung, nämlich dem muskulösen Männerkörper. Wieso und wann haben wir gelernt, dass Muskeln erstrebenswert sind, bzw. für unsere Bewertung relevant sind? Wie sind wir damit umgegangen? Was haben wir mittlerweile gelernt und wie finden wir einen gesunden Umgang zu unserem Körper?
Über all das sprechen wir in der Folge 15 von keshmesh. Zudem gehen wir auf die Abstimmung vom 14. Juni ein und was das mit uns gemacht hat.
Folge wurde am 18. Juni 2025 aufgenommen.
Bleibt dran!
Mit Liebe
Ahmed & Kambez
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14: Zähneputzen mit Yassin (3YOONI)
In dieser Folge sprechen Ahmed und Kambez mit Yassin (Künstlername 3YOONI), Künstler und Lehrperson über unterschiedlichste Themen:
- Aufwachsen in der Schweiz mit einem irakischen/afghanischen Hintergrund
- Die Veränderungen nach 9/11: Wenn man auf einmal als Bedrohung wahrgenommen wird
- Der Umgang mit den tragischen Ereignissen vom 7. Oktober 2023 in Palästina/Israel und die Zensur bestimmter Positionen im öffentlichen Diskurs
- Zähneputzen heisst Dekonstruieren (nach Spivak) – das versuchen wir, jeden Tag zu tun
- Kunst und Musik
- Die offene Schule Bern und ein pädagogisches Programm, das wir uns für alle Schulen wünschen würden
- Gleichzeitigkeit aushalten und Ambiguitätstoleranz
- Sexualität und Auseinandersetzung mit der eigenen Männlichkeit
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Musik von Yassin: https://www.youtube.com/@3YOONI / instagram: @3yooni
Illustration: Sarah Blaser
Schnitt: Ahmed Ajil

13: Männer im Knast
Wir sperren Menschen ein und denken, das löst unsere gesellschaftlichen Probleme. Aber was passiert wirklich hinter den dicken Mauern des Schweizer Justizvollzugs? In dieser Folge von keshmesh öffnen wir die „Blackbox Gefängnis“ und schauen dorthin, wo die Gesellschaft am liebsten wegschaut.
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Wir dekonstruieren den oft zitierten Mythos der "70 Prozent kriminellen Ausländer", sprechen über die brutale Realität der Untersuchungshaft (U-Haft) und beleuchten, warum in der Schweiz oft Armut statt Kriminalität bestraft wird.
Ausserdem stellen wir die ganz grosse Frage des Abolitionismus: Ist das System Gefängnis überhaupt noch zeitgemäss oder verschärft es unsere Probleme nur?
In dieser Folge erfährst du:
- Die nackten Zahlen: Warum die Schweiz mit über 30'000 Inhaftierungen pro Jahr ein „Drehtür“-System hat und Rekordbelegungen verzeichnet.
- Der "Ausländer-Mythos" entzaubert: Warum die Statistik verzerrt ist und fast die Hälfte der inhaftierten Ausländer gar keinen Schweizer Wohnsitz haben (Stichwort: Fluchtgefahr in der U-Haft).
- Die harte Realität der U-Haft: 23 Stunden Einsperrung auf 12 Quadratmetern, Isolation und fehlende Fristen – warum die U-Haft für die Psyche oft zerstörerischer ist als der reguläre Strafvollzug.
- Armut als Straftat: Ersatzfreiheitsstrafen und Administrativhaft – warum so viele Menschen hinter Gittern sitzen, die eigentlich soziale, finanzielle oder asylrechtliche Hilfe bräuchten.
- Prisonisierung & Institutionelle Gewalt: Wie das Gefängnis Menschen de-humanisiert, ihnen Autonomie raubt und Resozialisierung fast unmöglich macht.
- Abolitionismus: Der Mut, ein System völlig neu zu denken. Braucht unsere Gesellschaft Gefängnisse wirklich, oder gibt es bessere, menschlichere Alternativen?
🔗 Links & Ressourcen:
- Unsere brandneue Website ist live! Checkt sie aus: www.keshmesh.ch.
- Erwähnte Statistiken: Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) und des Schweizerischen Kompetenzzentrums für den Justizvollzug (SKJV).
- Ahmed's Forschung: https://ahmed.ajil.ch/publications
🙌 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team: Diese Folge und unser neues Setup wären ohne massiven Support nicht möglich gewesen. Ein riesiges Dankeschön geht an:
- Aaron Graf: Für das geniale Video-Setup und die Aufnahmestruktur.
- Chris Rohner (juhuni Design): Für das krasse Webdesign unserer neuen Homepage.
- Sarah Blaser: Für die wunderschönen Illustrationen, die unsere Vision sichtbar machen.
- David Fürst: Für die starken Fotos und die Begleitung unserer Reise.
💬 Diskutiert mit uns: Sollten wir das Gefängnissystem abschaffen oder reformieren? Was hat euch an den Zahlen am meisten schockiert? Schreibt es uns in die Kommentare auf YouTube oder bewertet uns auf Spotify!
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#Gefängnis #Justizvollzug #Kriminologie #Abolitionismus #Menschenrechte #Strafrecht #PodcastSchweiz

12: Antirassistische Schule – mit Rahel El-Maawi
Willkommen zurück bei keshmesh! In dieser Folge sprechen Ahmed und Kambez mit der soziokulturellen Animatorin, Dozentin, Tänzerin und Autorin Rahel El-Maawi. Rahel gewährt uns tiefe Einblicke in ihre Arbeit und erklärt, warum der Kampf für Gerechtigkeit nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper stattfindet.
Wir beleuchten die Entstehungsgeschichte ihres Co-Autor*innen-Werks "No to Racism – Grundlagen für eine rassismuskritische Schulkultur" und sprechen über das von ihr mitbegründete Netzwerk Raksa. Warum sind Curricula in der Sozialen Arbeit oder an pädagogischen Hochschulen oft noch nicht rassismuskritisch? Und warum müssen wir Intersektionalität (die Überschneidung verschiedener Diskriminierungsformen) viel stärker in unseren Alltag und in unsere Reflektionen und den Umgang miteinander integrieren? All das und noch viel mehr in dieser Episode.
In dieser Folge erfahrt ihr:
Intersektionalität begreifen: Diskriminierungsformen dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Erst wenn wir verstehen, wie sich verschiedene Identitäten (wie Herkunft, Geschlecht, Sexualität) und Machtverhältnisse überschneiden, können wir marginalisierten Jugendlichen wirklich gerecht werden.
Der Körper speichert Ungerechtigkeit: Rassismus und Diskriminierung sind nicht nur theoretische Konstrukte, sondern setzen sich als tiefgreifende Blockaden im Körper fest. Rahel El-Maawi nutzt Tanz und Bewegungsforschung, um diese spürbaren Barrieren zu transformieren und aufzulösen.
Abwehr und "weisse Fragilität" im Bildungssystem: Viele Lehrkräfte und Institutionen reagieren mit Widerstand, wenn struktureller Rassismus thematisiert wird. Das eigene Selbstbild als progressive, "helfende" Person wird dadurch erschüttert, was dringend benötigte Strukturveränderungen oft blockiert.
Pluralitätskompetenz statt starrer Normen: Die Schule lehrt oft nur eine einzige, richtige Norm. Pädagogisches Personal muss lernen, diese starren Muster zu "verlernen", Neugierde zu zeigen und die vielfältigen Lebenswelten von Schüler:innen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte aktiv anzuerkennen.
Netzwerk Raksa als Sprachrohr: Weil das Thema Rassismus an Hochschulen und in den Curricula der Sozialen Arbeit viel zu wenig behandelt wird, wurde das Netzwerk für rassismuskritische Soziale Arbeit (Raksa) gegründet. Es macht durch praxisnahe Fallbeispiele den strukturellen Rassismus in der Schweiz sichtbar.
Fundament durch "No to Racism": Das von Rahel mitverfasste Buch entstand aus einem enormen Mangel an rassismuskritischer Schul-Literatur in der Schweiz. Es gibt Fachpersonen endlich Werkzeuge an die Hand, um eine gerechtere Schulkultur zu etablieren.
Erwähnungen in dieser Folge: Anja Nunyola Glover, Hanan Salamat, Toni Morrison, bell hooks, Nelson Mandela ("no one is born racist"), Tupoka Ogette, Simone de Beauvoir, die Anti-Bias-Reise, Annita Kalpaka, Asmaa Dehbi & Noemi Trucco (Grundlagenstudie Anti-Muslimischer Rassismus in der Schweiz, https://folia.unifr.ch/unifr/documents/331088).
Website von Rahel: https://www.el-maawi.ch/
Vor.Bilder.Buecher auf Instagram: @vor.bilder.buecher
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Peace out,
Ahmed & Kambez
Logo/Design: Chris Rohner | juhuni.ch
Illustrationen: Sarah Blaser | hellopazuzu.com

11: Arabischer Fremdkörper
Der „arabische Fremdkörper“ im Visier der Behörden
Hoi zäme und willkommen auf keshmesh.ch! Hinter uns liegen unglaublich turbulente Wochen. Eigentlich haben wir diese Folge schon vor längerer Zeit aufgenommen, wussten aber nicht genau, wann der richtige Moment für die Veröffentlichung ist. Nach den jüngsten Ereignissen und mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung am 14. Juni ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt gekommen.
Ausgelöst durch den tragischen Vorfall in Winterthur vom 28. Mai 2026, bei dem ein Mann drei Personen attackierte und „Allahu Akbar“ rief, erlebten wir wieder einmal die reflexartigen, rassistischen Muster unserer Medienlandschaft und Politik. Ironischerweise haben wir genau in jener Woche unsere Folge zum Thema Femizid veröffentlicht und aufgezeigt, wie schwer sich die Gesellschaft damit tut, systemische, patriarchale Strukturen hinter Gewalt zu benennen. Sobald jedoch ein Täter einen muslimischen Hintergrund zu haben scheint, schreien alle sofort nach „islamistischem Terror“, verknüpfen es mit Asylfragen und instrumentalisieren das Ganze für den politischen Wahlkampf.
Inmitten dieser aufgeheizten Stimmung teilen wir mit euch ein exklusives, hochemotionales Dokument: Ahmeds persönliche Erfahrung als Terrorismusforscher und Kriminologe auf einem Zürcher Podium, wie wir es in dieser Episode detailliert besprechen. Was als wissenschaftliche Debatte geplant war, mutierte zu einem hochexplosiven, politischen Spiessrutenlauf.
Der Winterthur-Reflex (Mai 2026): Warum schreckliche Gewalttaten sofort genutzt werden, um politisch motivierten Hass zu schüren, während das vorangegangene Behördenversagen ausgeblendet wird.
Die Dynamik auf dem Podium: Ahmed berichtet ungefiltert von einer Diskussion, die von politischen Akteuren (darunter der FDP und einer royalistischen iranischen Partei) komplett instrumentalisiert wurde.
Der geheime Behörden-Check: Ein hochrangiger Funktionär veranlasste im Vorfeld der Veranstaltung über eine Polizeibehörde eine Sicherheitsüberprüfung gegen Ahmed.
Wenn der Regierungsrat die Beherrschung verliert: Ahmed rekonstruiert den Moment, in dem ein Politiker auf den Tisch haute und versuchte, Ahmeds wissenschaftliche Einordnung durch pure Einschüchterung zu ersticken.
Bewaffneter „Schutz“ im Raum: Das bedrohliche Gefühl, als Ahmed realisierte, dass im Raum Männer mit versteckten Schusswaffen anwesend waren – nicht um ihn zu schützen, sondern um die anderen vor seinem „arabischen, muslimischen Körper“ abzusichern.
Das Problem mit der „Behördentreue“: Warum die Schweizer Mehrheitsgesellschaft und die Medien so fragil reagieren, wenn man den Finger in die Wunden staatlicher und institutioneller Fehler legt.
„Egal wie gut deine Credentials sind, egal ob du an einer Schweizer Uni forschst, im Militär- oder Zivildienst warst – am Ende wirst du in solchen Momenten auf das reduzierte Stück Fleisch heruntergebrochen, von dem angeblich eine Gefahr ausgeht. Wenn sie dich in eine Ecke drängen wollen, nützen dir wissenschaftliche Titel gar nichts. Aber genau diese unbequemen Perspektiven müssen wir auf Keshmesh hörbar machen.“
Für Ahmed war dieses Podium eine Grenzerfahrung, die auf brutalste Weise zeigt, wie tief rassistische Bilder und Projektionen in den Köpfen unserer Entscheidungsträger verankert sind. Wir weigern uns jedoch, uns mundtot machen zu lassen oder uns den einfachen, populistischen Antworten anzupassen.
Wir haben diesen Raum geschaffen, um Stimmen und Analysen zuzulassen, die sonst in den Mainstream-Medien systematisch gecuttet oder marginalisiert werden. Wie habt ihr die Medienberichte der letzten eineinhalb Wochen erlebt? Löst diese Folge Abwehrreaktionen bei euch aus oder hilft sie euch, die Dinge klarer zu sehen?
Schreibt uns eure Meinung, teilt die Folge in euren Chats und lasst uns eine Nachricht da!
Keshmesh – Von uns, für uns, mitten aus der Schweizer Realität.
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10: Femizid
SVP-Mythen, männliche Macht und die Realität von Femiziden in der Schweiz
Bevor wir tief in unser Hauptthema eintauchen, räumen wir direkt zu Beginn mit einem gefährlichen politischen Narrativ auf: Wir nehmen die aktuelle SVP-Kampagne und ihre irreführenden Statistiken zur Kriminalität von Asylsuchenden auseinander. Wir zeigen auf, wie Zahlen bewusst verzerrt werden, um rassistische Stimmung zu machen – und warum dieses Derailing systematisch davon ablenkt, wer bei sexualisierter Gewalt fast immer die wahren Täter sind: Männer.
Denn die bittere Realität ist: Jedes Jahr, häufiger als alle zwei Wochen, stirbt in der Schweiz eine Frau, weil sie eine Frau ist. Es passiert in der Regel nicht im dunklen Park durch einen Fremden, sondern zuhause. Femizide sind keine «Beziehungsdramen» oder «Tragödien» – sie sind der ultimative und tödliche Ausdruck eines patriarchalischen Systems.
In dieser Folge von Keshmesh stellen wir uns der unbequemen Wahrheit der geschlechtsspezifischen Gewalt. Wir beleuchten die Gewaltpyramide, die dem Femizid vorausgeht: von scheinbar harmlosem Sexismus über Stalking und Zwangskontrolle bis hin zum Mord.
Und wir richten das Wort an uns Männer: Es ist an der Zeit, die Abwehrmechanismen («Not all men», Whataboutism) abzulegen. Es ist Zeit, das Unbehagen zuzulassen, den Mund zu halten und den Betroffenen zuzuhören. Wir müssen anerkennen, dass unsere Realität eine andere ist, und die Verantwortung übernehmen, toxische Verhaltensmuster in unserem Umfeld zu stoppen.
In dieser Folge:
Bullshit-Check: Wie die SVP mit falschen Zahlen rassistische Stimmung macht und was die Statistik wirklich sagt.
Femizid vs. Feminizid: Warum die Benennung der Tat so extrem wichtig ist.
Die Gewaltpyramide: Warum geschlechtsspezifische Gewalt zutiefst systemisch ist und Femizide nie in einem Vakuum passieren.
Die nackten Zahlen: Was die Daten des Bundesamtes für Statistik über Täter, Tatorte und die Gewaltspirale beweisen.
Strafrecht: Was wir aus Lateinamerika im Umgang mit Tätern lernen können.
Derailing: Männliche Abwehrreaktionen und das Problem mit «Not All Men».
Ein direkter Appell: Was können und müssen Männer jetzt tun?
Achtung: Diese Folge behandelt detailliert Themen wie rassistische Hetze, sexualisierte und häusliche Gewalt sowie Tötungsdelikte.
Ressourcen & Hilfe:
Opferhilfe Schweiz: www.opferhilfe-schweiz.ch
Die Opferzahlen und Statistiken stammen u.a. von www.stopfemizid.ch und dem Bundesamt für Statistik.
Schreibt uns euer Feedback und eure Gedanken an info@keshmesh.ch oder in die Kommentare. Wenn euch unsere Arbeit wichtig ist, abonniert den Podcast und teilt diese Folge!
Webseite: www.keshmesh.ch
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Illustrationen: Sarah Blaser | hellopazuzu.com

09: Muttersprache? Fremd.
Code-Switching & Alltagsrassismus: Wie Sprache unsere Identität prägt
Habt ihr euch als Kinder auch geschämt, wenn eure Eltern in der Öffentlichkeit eure Muttersprache gesprochen haben?
In dieser sehr persönlichen und ungeschönten Folge tauchen Ahmed und Kambez tief in ein Thema ein, das unzählige Menschen mit Migrationsbiografie im gesamten DACH-Raum kennen: Die Macht der Sprache und der ewige Spagat zwischen den Kulturen.
Eigentlich wollten die beiden über etwas ganz anderes sprechen, aber manchmal entstehen aus Planänderungen die besten Deep Talks. Sie reflektieren über ihr Aufwachsen als irakische und afghanische Geflüchtete in der Schweiz und wie der Erwerb der deutschen Sprache zu einem existenziellen Überlebensmechanismus wurde.
In dieser Episode erfährst du:
Die Scham der Kindheit: Warum Ahmed und Kambis früher alles taten, um in der Öffentlichkeit nicht Arabisch oder Dari sprechen zu müssen.
Code-Switching: Warum wir je nach Umfeld (Arbeit, Familie, Freunde) unbewusst in komplett andere Persönlichkeiten und Sprachen schlüpfen – und wie anstrengend dieses "Maskentragen" ist.
Alltagsrassismus: Skurrile und schmerzhafte Situationen im Alltag (von ungefragten englischen Antworten am Bahnhof bis hin zur ewigen Frage: "Woher kommst du wirklich?").
Imposter-Syndrom: Das Gefühl, weder in der Mehrheitsgesellschaft noch in der eigenen Herkunftskultur zu 100 % sprachlich dazuzugehören.
Reclaiming Identity: Warum es nie zu spät ist, die eigene Muttersprache als Erwachsener wieder neu zu lernen und ohne Scham an die nächste Generation weiterzugeben.
Egal ob du in Zürich, Berlin oder Wien lebst – wenn du dich jemals gefragt hast, wie Sprache entscheidet, ob wir dazugehören oder "die Anderen" bleiben, ist diese Folge für dich.
🎧 Jetzt reinhören und abonnieren! Hinweis: Diese Folge ist auf Schweizerdeutsch.
💬 Diskutiert mit uns: Kennt ihr dieses Gefühl der sprachlichen Zerrissenheit? Schreibt uns auf Instagram @keshmesh.talk oder besucht unsere Website www.keshmesh.ch, schreibt uns auf info@keshmesh.ch.
Keywords: Migration, Identität, Zweisprachigkeit, Rassismus, Integration, Code-Switching, Schweiz, BIPoC, Mental Health, Muttersprache.

08: Kulturalisierung
In dieser Folge sprechen wir über Kulturalisierung, den Zusammenhang mit Rassismus, und was das Problem ist, wenn wir die Ursache für Gewalt und problematisches Verhalten allzu vorschnell in der vermeintlichen kulturellen Prägung verorten.
Hört rein und kommentiert - und vergesst nicht, zu bewerten :)
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07: Rassistische Wissenslücken
In dieser Episode sprechen wir darüber, was passiert, wenn rassistische Aussagen und Zuschreibungen unhinterfragt stehengelassen werden, und zu welchen Abwehrhaltungen es kommen kann, wenn Betroffene sich äussern. Wir sprechen über Intersektionalität, symbolische Gewalt und darüber, wie wir uns selbst regulieren und "policen".
Folgt uns auf Spotify und Instagram (@keshmesh.talk). Ihr findet uns auch auf Apple Podcasts und Deezer und anderen Plattformen.
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06: Radikalisierung
In dieser Folge von Keshmesh spricht Kambez mit Ahmed über seine Forschung zu Radikalisierung und Terrorismusbekämpfung, was Islam und Männlichkeit für eine Rolle spielen, und was es mit dem "ehrlichen Präventionismus" auf sich hat.
Mehr zu Ahmed's Forschung: https://ahmed.ajil.ch
Buchkapitel "Kann man Terrorismus bekämpfen, ohne Muslim:innen zu diskriminieren?": https://ahmed.ajil.ch/traces/publications/
Webseite: www.keshmesh.ch
Instagram: @keshmesh.talk

05: Verletzlichkeit
In dieser Episode sprechen Kambez und Ahmed über Freundschaft, toxische Männlichkeit und Verletzlichkeit. Wie haben wir unsere Freundschaften in der Jugend erlebt? Wie leben wir unsere Freundschaft heute? Welche Rolle spielt Verletzlichkeit dabei?
Viel Spass beim Reinhören!
Website: www.keshmesh.ch
Instagram: @keshmesh.talk

04: Männlichkeit, wer ist das?
In dieser Folge erzählt Kambez vom Workshop "Männlichkeit, wer ist das?", den er zusammen mit Tomas an der ZHAW entwickelt hat und in Schulen und sozialpädagogischen Institutionen anbietet. Es geht um Männlichkeit, die Haltung von männlichen Jugendlichen gegenüber dem Workshop und um schöne Erlebnisse und wertvolle Erkenntnisse.
Mehr zum Workshop: https://www.ohboy.ch/praevention/mwid
Instagram: @keshmesh.talk
Website: www.keshmesh.ch

03: Verdächtig Muslimisch
In der dritten Episode von Keshmesh sprechen Kambez und Ahmed über die Berichterstattung in der Schweiz und wie diese anti-muslimische Narrative befeuert. Wir sprechen über die Ursachen und Folgen der Vermischung von Islam, Gewalt und Antisemitismus und drücken aus, was wir uns von der Schweizer Medienlandschaft wünschen.
Instagram: @keshmesh.talk

02: Ausländerkriminalität
Wie kriminell sind kriminelle Ausländer*innen wirklich? In dieser Episode sprechen Kambez und Ahmed über die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) und weitere Statistiken, um mit dem Mythos der "Ausländerkriminalität" aufzuräumen. Hört rein und gebt uns Bescheid, welche Fragen und Anregungen ihr habt.
Peace out!
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01: Intro
In dieser Folge stellen Kambez und Ahmed sich vor, erklären woher sie kommen und was sie tun, und was ihr bei Keshmesh erwarten dürft. Stay tuned for more!
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